EGRED 2 & STS-BOS — 3-tägige Intensivausbildung für Feuerwehreinsatzkräfte zur rechtssicheren und taktisch qualifizierten Führung von Drohnen im BOS-Einsatz.
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Lernziele des Lehrgangs
Der Lehrgang vermittelt alle Handlungskompetenzen, die gemäß EGRED 2 für den qualifizierten BOS-Drohnensteuerer erforderlich sind — von der Rechtskenntnis bis zur sicheren Steuerung unter Einsatzbedingungen.
1
Recht & Ausnahmeregelungen
Rechtliche Rahmenbedingungen kennen und anwenden — inklusive BOS-spezifischer Ausnahmen, Haftungsfragen und Versicherungspflichten.
2
Risikobewertung & STS-BOS
Generelle und einsatzbezogene Risikobewertungen durchführen, insbesondere unter Berücksichtigung der BOS-Standardszenarien in der speziellen Kategorie.
3
Einsatztaktik & Organisation
Taktische Grundlagen verstehen und in der Einsatzorganisation anwenden — von der Flugvorbereitung bis zur Koordination mit bemanntem Luftverkehr.
4
Technik & Sensorik
Technische Systemgrenzen kennen, Sensoren (Wärmebild, Kameras) bedienen und Wetterbedingungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Flugbetrieb einschätzen.
5
Flugpraxis & Notfallverfahren
Drohne sicher starten, steuern und landen — auch in einsatznahen Situationen. Notfallverfahren (ERP) kennen und unter Aufsicht anwenden können.
6
Dokumentation & Nachbereitung
Einsätze vollständig dokumentieren, das Flugbuch führen und besondere Vorkommnisse regelkonform melden.
Voraussetzungen zur Kursteilnahme
Die EGRED 2 definiert klare Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum BOS-Drohnensteuerer. Diese sind vor Kursbeginn zwingend zu erfüllen, um die BOS-spezifischen Inhalte in der verfügbaren Ausbildungszeit vollständig vermitteln zu können.
Zwingende Voraussetzungen
Aktive Mitgliedschaft in einer Behörde oder Organisation mit Sicherheitsaufgaben (BOS)
Vollständig abgeschlossene behördenspezifische Basisausbildung oder organisationsspezifische Helfergrundausbildung
Körperliche und geistige Eignung gemäß EGRED 2, Kap. 3.1.2
Empfohlene Voraussetzungen
EU-Kompetenznachweis A1/A3 (Basisausbildung Teil A) — vorab im Selbststudium zu erwerben
Online-Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) vor Kursbeginn ablegen
Die in Teil A erworbenen Handlungskompetenzen sind laut EGRED 2 zwingende Grundlage für die weitere Ausbildung
Eine Vorab-Absolvierung von Teil A sichert ausreichend Zeit für die BOS-spezifischen Kursmodule an den drei Präsenztagen.
Tag 1 — Rechtliche Grundlagen & BOS-Einsatzrahmenbedingungen
Theorie · ca. 8 Unterrichtseinheiten
Der erste Kurstag legt das rechtliche und organisatorische Fundament für den gesamten Lehrgang. Die Teilnehmenden erarbeiten sich ein fundiertes Verständnis der Ausnahmeregelungen für BOS, der Haftungsgrundlagen sowie der taktischen Einsatzorganisation.
1
08:00 – 08:30 Uhr | Begrüßung & Kursübersicht
Vorstellung, Kursziele und Einführung in EGRED 2: Zweck, Geltungsbereich und regelmäßige Aktualisierungen. Kurzprüfung des A1/A3-Vorwissens.
2
08:30 – 10:00 Uhr | Rechtliche Grundlagen für BOS
Ausnahmeregelungen im EU-Recht (Art. 2 Abs. 3 VO 2018/1139) und nationalem Recht (§ 21k LuftVO). Ausnahmen von Genehmigungspflicht, Registrierung und Fernidentifizierung.
3
10:15 – 11:45 Uhr | Luftverkehrsrecht & Haftung
Lufträume (ED-R, ED-D, RMZ, TMZ, ATZ), Betrieb an Flugplätzen, Gefährdungshaftung des Halters, Haftung des Steuerers sowie Besonderheiten der BOS-Versicherung.
4
12:45 – 14:15 Uhr | Datenschutz & Amtshilfe
DSGVO und Landesdatenschutzgesetze im Drohneneinsatz. Verhältnismäßigkeit, Pseudonymisierung, Löschfristen sowie Einsätze im Rahmen der Amtshilfe für Dritte.
Einsatzorganisation bei Mehreinheiteneinsätzen, Koordinierung mit bemanntem Luftverkehr, Informationsbeschaffung, Missionsprüfung und Einrichtung der Start-/Landestelle.
Tag 2 — Risikomanagement, STS-BOS & Erste Flugpraxis
Theorie & Praxis · ca. 8 Unterrichtseinheiten
Tag 2 verbindet vertieftes Risikowissen mit dem ersten praktischen Flugbetrieb. Die STS-BOS-Szenarien werden detailliert erarbeitet und unmittelbar mit Praxisübungen auf dem Übungsgelände verknüpft.
09:30 – 11:00 | Spezielle Kategorie & STS-BOS Einführung
BVLOS-Herausforderungen, Einführung SORA-Methode (ConOps, GRC, ARC, SAIL, OSOs). Abgrenzung STS-BOS von STS-01/-02 und PDRA.
11:15 – 12:45 | STS-BOS Detailanalyse
DE.STS.BOS-01 (Einsatzstelle), -02 (ländliches Gebiet, ≤30 Pers./km²) und -03 (urbanes Gebiet, 3-Minuten-Eingreifzeit). Bevölkerungs- und Gefährdetendichte.
13:45 – 15:15 | Praktische Ausbildung I
Sicherheitsunterweisung, Vorflugkontrolle, sicheres Starten/Schweben/Landen, einfache Flugmanöver, Übungen zur Auge-Hand-Koordination.
15:30 – 17:00 | Wetterkunde & Technik
Wetterparameter und Einsatzgrenzen, Nachtflugbedingungen, technische Systemgrenzen, Sensorbedienung (Wärmebild, Kameras).
Die STS-BOS-Szenarien DE.STS.BOS-01 bis -03 definieren den rechtlichen Handlungsrahmen für nahezu alle typischen Feuerwehreinsätze mit Drohnenunterstützung.
Tag 3 — Erweiterte Praxis, Notfallmanagement & Prüfung
Praxis & Theorieprüfung · ca. 8 Unterrichtseinheiten
Der abschließende Kurstag steigert die Komplexität der praktischen Übungen bis hin zu einsatznahen Szenarien und endet mit der offiziellen Theorie- und Praxisprüfung zum BOS-Drohnensteuerer.
08:00 – 09:30 Uhr
Praktische Ausbildung II Vertiefung der Steuerfertigkeiten, Akkumanagement, Simulation von Notfällen: Steuerungsverlust und Fly-away-Verfahren.
Praktische Flugfähigkeitsüberprüfung Individuelle Prüfung: Vorflugkontrolle, sicherer Start, Flugmanöver, Reaktion auf simulierte Notfallsituationen, Landung mit Checkliste.
16:30 – 17:00 Uhr
Abschluss & Zertifikate Feedbackrunde, Übergabe der Nachweise, Hinweis auf Fortbildungspflicht und regelmäßige Übungen zur Qualifikationserhaltung.
Die Fragenverteilung der Theorieprüfung folgt den EGRED 2-Gewichtungen: Einsatztaktik 30 % · Risikobewertung 20 % · Recht 15 % · Zusammenarbeit 15 % · Wetter 10 % · Technik/Sensorik 10 %.
Hinweis zur Praxis-Flugzeit
Die EGRED 2 (Anlage I) schreibt für die praktische Ausbildung insgesamt 8–10 effektive Flugstunden pro Person vor. Bei einer Gruppe von bis zu 8 Teilnehmenden ist diese Anforderung innerhalb eines 3-tägigen Präsenzkurses nur dann erreichbar, wenn ein wesentlicher Teil der theoretischen Inhalte vorab über eine eLearning-Plattform oder ein digitales Vorbereitungsmodul (z. B. Teams-Meeting) vermittelt wird.
Der Präsenzkurs legt den Grundstein und vermittelt erste praktische Erfahrungen unter qualifizierter Aufsicht. Die volle Erfüllung der Mindestflugstunden muss durch organisationsinterne Folgeschulungen und regelmäßige Übungsflüge im Einsatzalltag sichergestellt werden. Die praktische Prüfung am dritten Tag ist als Momentaufnahme des aktuellen Könnens zu verstehen — nicht als Abschluss der fliegerischen Entwicklung.
Die praktische Prüfung ersetzt nicht die fortlaufende Übungspflicht. Regelmäßige Trainingsflüge sind für den Erhalt der Qualifikation zwingend erforderlich.
8–10
Mindestflugstunden
Effektive Flugzeit pro Person gemäß EGRED 2 Anlage I
3
Präsenztage
Intensivkurs mit Theorie, Praxis und Abschlussprüfung
75%
Bestehensschwelle
Mindestpunktzahl in der Theorieprüfung
Materialien, Ausrüstung & Personal
Für eine reibungslose Kursdurchführung gemäß EGRED 2 sind spezifische Unterlagen, Ausrüstungsgegenstände und qualifiziertes Lehrpersonal bereitzustellen. Die nachfolgende Übersicht fasst alle erforderlichen Ressourcen zusammen.
Unterlagen & Ausrüstung
Aktuelle Fassungen von EGRED 2 und den BOS-Standardszenarien (STS-BOS) in digitaler oder gedruckter Form
Drohnen und Zubehör (Akkus, Ladegeräte, Fernsteuerungen, Tablets) werden von der BOS-Einheit bereitgestellt — idealerweise verschiedene Systemtypen für die unterschiedlichen Praxismodule
Checklisten und Notfallpläne gemäß EGRED 2 Anlage IV & VI (Muster werden gestellt)
Geeignetes Übungsgelände mit sicherer, abgetrennter Start- und Landezone — wird nach Buchung gemeinsam festgelegt
Lehrunterlage: „Drohneneinsatz bei Feuerwehr, Rettungsdienst und THW" (Ecomed Storck Verlag)
Erforderliches Personal
Hauptausbilder: Ein gemäß EGRED 2 qualifizierter Ausbilder — verantwortlich für Theorie und Gesamtleitung des Kurses
Praxis-Assistenz: Ein weiterer qualifizierter Ausbilder oder Assistenz je 4 Teilnehmende — wird für intensive Einzelbetreuung im Praxisbetrieb von uns hinzugebucht
Luftraumbeobachter (LRB): Werden aus dem Teilnehmerkreis bestimmt und während der praktischen Übungen rollengemäß eingesetzt — realistischer Einsatzbezug von Beginn an
Jeder Trainer bringt mindestens eine BOS-fähige Drohne zum Praxiskurs mit — optional können weitere Trainingsdrohnen hinzugebucht werden
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten alle Teilnehmenden eine Teilnahmebestätigung sowie den Nachweis über die bestandene Theorie- und Praxisprüfung zum BOS-Drohnensteuerer gemäß EGRED 2.